Was ist das Ziel?

Was ist das Ziel? Wozu lebe ich überhaupt? Hat mein Leben einen Sinn, ein Ziel? Oder ist doch alles sinnlos?

Für mehr Menschen als man glaubt, ist das Leben kein Zuckerschlecken. Vielmehr ist Krampf und Kampf angesagt. Versagen, Ängste, Schuld lassen Menschen langsam zerbrechen. „Warum noch weiter leben? Wozu? Ist es nicht besser für mich und die anderen, wenn ich nicht mehr hier bin?“ Vom Leben enttäuscht. Am Leben verzweifelt. „Wenn ich nur ein Ziel hätte …mein Leben nur einen Sinn hätte …“

Was ist der Sinn des Lebens? Warum existiere ich? Eine Frage, die sich wohl jeder schon einmal gestellt hat. Aber diese Frage erhält in Krisenzeiten unseres Lebens einen viel höheren Stellenwert.

Niemand hält durch um des Durchhaltens willen. Wenn ich Krisenzeiten durchhalten möchte, dann muss ich in der Zukunft ein Ziel sehen, dass ich erreichen möchte. Ein Ziel, von dem ich träume. Für das es sich lohnt auch Durststrecken in Kauf zu nehmen. Durchhalten muss Sinn machen.

Neulich habe ich meinen Freund zu einem Ruderduell herausgefordert. Wer in 10 Minuten die meisten Meter rudert, gewinnt. Ich dachte, dass gewinn ich. Wir fingen gleichzeitig an. Aber er holte ziemlich schnell einen kleinen Vorsprung heraus. Doch ich blieb dran. Ich kämpfte. Das Rudern war für uns beide anstrengender als erwartet. Schon nach 4 Minuten dachte ich: „Wer hatte sich nur ausgedacht 10 Minuten zu Rudern?!“ Aber ich wollte gewinnen und so kämpfte ich. Augen geschlossen, Zähne zusammengebissen. Meine Hände konnten die Ruder nicht mehr festhalten. Mir wurde schwarz vor Augen, dem Kotzen nahe. Aber weiter kämpfen. Ich konnte es noch schaffen. Er hatte nur ein paar Meter Vorsprung. Weiter. Kämpfen. Er musste doch irgendwann mal schlapp machen. Machte er aber nicht. Er hielt durch und als es fünf Sekunden vor Ende der 10 Minuten feststand, dass ich ihn nicht mehr einholen konnte, ließ ich nach und ruderte locker zu Ende.

9:50 Minuten lang konnte ich durchhalten, weil ich ein Ziel vor Augen hatte. Aber als das Ziel nicht mehr erreichbar war, brach ich ein. Wer durchhalten will braucht ein Ziel.

Allen „the answer“ Iverson ist einer der erfolgreichsten Basketballer. Der „MVP“ der abgelaufenden Saison der NBA. Letzte Saison stand er mit seiner Mannschaft den Philadelphia 76er im Finale (und verlor).

Iverson wuchs in einem Ghetto in Virginia auf, kommt also aus sehr ärmlichen Verhältnissen. Seine Chance um dort herauszukommen war der Sport. Er war schon auf der Highschool sehr erfolgreich und führte sowohl das Basketballteam seiner Schule als auch das Footballteam zur Landesmeisterschaft. Alles schien seinen Lauf zu nehmen auf dem Weg zum Profi-Sportler. Aber eines Tages wurde Allen verhaftet. Er sollte jemanden bei einer Schlägerei einen Stuhl über den Kopf gezogen haben, und wurde nach Erwachsenenstrafrecht zu 5 Jahren Gefängnis verurteilt. Über das Gefängnis sagt er, dass es die Hölle gewesen sei. Stellt euch vor, der Junge kommt mit 17 in den Knast. Ein hoffnungsvoller Sportler. So ein Schlag hat schon vielen das Genick gebrochen. Es hätte das Ende seiner noch nicht begonnenen Karriere sein können.

Aber er hatte ein Ziel: er wollte sich und seine Familie rausholen aus dem Ghetto, aus der Armut. Und dieses Ziel ließ ihn auch Durststrecken überwinden. Zu der Zeit im Gefängnis sagt er: „Es habe ihn bestärkt, es zu schaffen im Sport, damit es mir und meiner Familie besser geht.“ Er kämpfte sich durch. Auch wenn ich sein Verhalten an vielen Stellen als arrogant einstufe, bewundere ich ihn doch für das, was er erreicht hat. Er hat sein Ziel erreicht. Seine Familie hat er aus der Armut geführt und er ist einer der besten Basketballer der Welt geworden.

Wer durchhalten will, der braucht ein Ziel. Und wer ein Ziel erreichen möchte, muß durchhalten.

Ein alles überragendes Ziel

O.K., wir brauchen also Ziele um aus unserem Leben etwas zu machen. Aber was das nicht schon unsere Ausgangsfrage? Also zurück zum Sinn des Lebens.

Welche Ziele sind wirklich erstrebenswert? Was lohnt sich denn zu erreichen? Welche Ziele sollen wir uns denn setzen? Welchen Vorbildern sollen wir nachfolgen? Allen Iverson?

Als ich darüber nachdachte, kam mir der Gedanke: Welche Ziele hat denn Gott? Hat Gott Ziele? Wenn Gott nämlich ein Ziel hat, dann gibt es für mich selbst auch kein größeres Ziel. Dann kann dieses Ziel eigentlich für mich auch nur erstrebenswert sein. Dann gibt es nicht besseres. Dann ist es das alles überragende Ziel! Hat Gott ein Ziel?

In der Bibel im 1.Petrusbrief formuliert Gott ein Ziel:

„Denn es ist auch Christus einmal für Sünden gestorben, der Gerechte für die Ungerechten, damit er uns zu Gott führe.“ 1.Petrus 3,18

Und Jesus teilt uns im Johannesevangelium Kapitel 10 Vers 10 sein Ziel mit, warum er auf die Erde gekommen ist:

„Ich bin gekommen, damit sie Leben haben und es in Überfluß haben.“

Jesus hatte also das Ziel uns zu Gott zu führen. Er wollte uns aus der Rebellion gegen Gott herausführen, hinein in eine intakte Gemeinschaft mit dem Vater. Er will uns wirkliches Leben geben und das richtig satt. Ewiges Leben. Sein Ziel ist es, uns glücklich zu sehen. Er will in strahlende Gesichter sehen.

Jetzt können wir uns fragen, wie wichtig war ihm dieses Ziel? Was war es ihm wert es zu erreichen? Ich möchte euch nur zwei Stellen anführen, die zeigen, was Jesus durchmachte, um das Ziel zu erreichen.

„Dann ging Jesus mit Ihnen in einen Garten, der Gethsemane hieß. „Setzt euch hier hin und wartet auf mich!“ forderte er die Jünger auf. „Ich will ein Stück weiter gehen und beten.“ Petrus, Jakobus und Johannes nahm er mit. Tiefe Mutlosigkeit und Angst überfielen Jesus, und er sagte zu ihnen: „Ich zerbreche beinahe unter der Last, die ich zu tragen habe. Bleibt bei mir und lasst mich nicht allein.“ Nachdem er einige Schritte weiter gegangen war, warf er sich auf die Erde und betete: „Mein Vater, wenn es möglich ist, so bewahre mich vor diesem Leiden! Aber nicht mein Wille soll geschehen, sondern dein Wille.““ (Matthäus 26,36-39)

„Die Leute, die vorbeigingen, beschimpften und verspotteten Jesus: „Du also wolltest den Tempel zerstören und in drei Tagen wieder aufbauen! Dann rette dich doch jetzt selbst! Komm vom Kreuz herunter, wenn du wirklich der Sohn Gottes bist!“ Auch die Priester, Gesetzeslehrer und die Führer des Volkes machten sich über ihn lustig: „Anderen hat er geholfen, aber sich selber kann er nicht helfen. Wenn er wirklich der König Israels ist, soll er doch vom Kreuz heruntersteigen. Dann wollen wir an ihn glauben. Er hat sich doch auf Gott verlassen; jetzt wollen wir sehen, ob Gott sich zu ihm bekennt und ihm hilft. Hat er nicht gesagt: Ich bin Gottes Sohn““ Ebenso schimpften die beiden, die mit ihm gekreuzigt worden waren. [. . .] Gegen drei Uhr rief Jesus laut: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?““ (Matthäus 27,39-44.46)

Warum erträgt Jesus solche Schwierigkeiten? Er hatte ein großes Ziel, das alles Leid wert war. Er wollte uns Menschen mit Gott versöhnen.

Er kam mit dem Ziel auf die Erde, uns Menschen zu erretten. Vor der Verdammnis. Zu Retten vor der ewigen Trennung von Gott. Vor der Strafe für unsere Sünden. Das ist die negative Formulierung. Positiv ausgedrückt heißt es, er kam um uns Leben im Überfluss zu geben. Fantastisches Leben. Ewiges Leben. Fettes Leben.

Und dass Jesus im Garten Gethsemane nicht seinen Auftrag abgebrochen hat, oder während der Kreuzigung vom Kreuz herabgestiegen ist, zeigt uns wie wichtig, Jesus dieses Ziel war.

Aber wenn Gott so an einer Ewigkeit mit uns gelegen ist, dann steckt da mehr hinter als dieses langweilige Bild vom „auf einer Wolke sitzen und Harfe spielen“. Jesus starb nicht, damit wir uns in alle Ewigkeit langweilen.

Und vor allem, weil er alle diese Schwierigkeiten allein für uns in Kauf nahm. Nur für uns. Denn Gott hätte es nicht nötig, uns zu retten. Er braucht uns nicht, um glücklich zu sein. Aber wir brauchen ihn. Er gibt unserem Leben Sinn.

Kennt ihr das für mich traurigste Lied? Es stammt von den Toten Hosen und heißt Paradies. Sie singen darin: „Ich möchte nicht ins Paradies, wenn der Weg dahin so schwierig ist.“ Ich fürchte, dass sie eines Tages - wenn sie gestorben sein werden - nach dem Paradies betteln werden. Wenn sie begreifen werden, was sie verpasst haben. Dann würden Sie wahrscheinlich singen: „Wir möchten auf jeden Fall ins Paradies, wenn der Weg auch noch so schwierig wäre!“

Vielleicht können wir uns das nicht wirklich vorstellen, wie der Himmel und die Ewigkeit aussehen werden. Aber eins steht fest: Es wird nicht zu toppen sein. Ein Leben ohne Tränen und Leid. Nie wieder Schmerzen. Keine Krankheit und keinen Tod mehr. Nie wieder Enttäuschungen. Kein Streit und Neid. Keinen Haß und keine Angst mehr. Einfach alles, was dieses Leben hier so hässlich macht, wird es nicht mehr geben.

Wenn Jesus für dieses Ziel bereit war, zu sterben, dann muss das Ergebnis wirklich bombastisch sein. Wenn es ihm so wichtig war, dann kann es aber auch für uns nichts wichtigeres geben. Dann kann es nicht erstrebenswerteres geben, als mit ihm im Himmel Gemeinschaft zu haben. Dann lohnt es sich alle Kosten auf sich zu nehmen, um dieses Ziel zu erreichen. Alles dran zu setzen, dabei zu sein.

Christ sein ist nicht ein Schweben auf Wolke 7 gen Himmel. An jeder Ecke erfahre ich Gottes Führung. Nein, bei jedem echten Christen werden Schwierigkeiten auftauchen. Seien es äußere Kämpfe, wie Verfolgungen oder Spott, oder innere Kämpfe, wie Zweifel und Mutlosigkeit. Das ist normal. Da gilt es einfach durchzuhalten. Denn es gibt ein gigantisches Ziel! Und wir dürfen auf Jesus schauen und sehen, was er für uns ertragen hat. Das wird uns Trost und Kraft geben, weiter Jesus nachzufolgen.

„Dies aber ist das ewige Leben, dass sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.“ Johannes 17,3

Vielleicht bist du noch kein Christ und du denkst, die Kosten, Christ zu werden, sind ziemlich hoch. „Das und das darf ich dann nicht mehr!“ Ja, sie sind hoch. Auf den ersten Blick. Denn es bedeutet sein bisheriges Leben aufzugeben. Aber wenn du ein kluger Rechner bist, dann wirst du feststellen, dass der Einsatz sich lohnt. Es geht um das Größte, was du in deinem Leben erreichen kannst. Mehr geht nicht!

Christ werden, bedeutet die Rebellion gegen Gott zu beenden. Jesus um Vergebung deiner Sünden zu bitten und ihm von nun an nachzufolgen. Es bedeutet auch sein eigenes Leben aufzugeben.

Das Klingt jetzt vielleicht paradox, aber der Weg ins Paradies ist doch nicht schwer, wie die Toten Hosen singen. Denn wir bekommen alles von Gott geschenkt. Wir können und müssen uns den Himmel nicht verdienen. Vergebung meiner Sünden und eine intakte Beziehung zu meinem Schöpfer kann ich geschenkt bekommen. Sofort und an jedem Ort. Alles was es kostet ist deine Knie zu beugen und ein Gebet.

Autor: Mini

leben/hilfe/ziel.txt · Zuletzt geändert: 2009/11/08 18:26 (Externe Bearbeitung)
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