Warum läßt Gott Leid zu?

Ist das nicht der deutlichste Hinweis, daß es den „lieben Gott“ der Bibel nicht geben kann? Über Leid könnte man viel schreiben - und so mancher könnte sicher von viel mehr eigenem Leid berichten, als ich. Dennoch möchte ich versuchen, eine kurze Antwort aus Gottes Sicht zu geben.

Der bekannte Autor C.S. Lewis hat einmal gesagt:

„Leid ist das Megaphon Gottes, um eine taube Welt aufzurütteln!“

Das heißt, wenn es uns nur immer gut gehen würde, würden wir gar nicht mehr nach Gott fragen!

Über Leid könnte man viel schreiben - und so mancher könnte sicher von viel mehr eigenem Leid berichten, als ich. Dennoch möchte ich versuchen, eine kurze Antwort aus Gottes Sicht zu geben.

Drei grundlegende Dinge sind wichtig zu wissen über Leid:

  1. Ursache
    Nicht Gott verursacht das Leid oder hat es sich ausgedacht, sondern der Teufel, Gottes Gegenspieler - der alles kaputt machen möchte, was Gott so gut geschaffen hat.
  2. Natürlichkeit
    Zu einer gefallenen (abtrünnigen) Schöpfung gehört nun mal Leid, so wie zur Wüste der Wassermangel, wie zum Nordpol die Eisberge oder wie zum alten Auto der Rost.
  3. Fortdauer
    Gott könnte alles Leid beseitigen, doch er tut es nicht, weil das Leid auch viele positive Auswirkungen hat - ja es würde ohne Leid gar zur größten Katastrophe kommen!

Ursache: Nicht Gott verursacht das Leid, sondern der Teufel

Am Anfang schuf Gott die Erde und die Menschen - und siehe, es war sehr gut! Alles war perfekt, war friedlich, war wunderbar! Und Gott gab dem Menschen einen freien Willen, damit der Mensch sich frei entscheiden konnte, Gott wirklich ohne Zwang oder Automatismus zu lieben.

Doch dann kam der Teufel, der sich gegen Gott erhoben hatte, und verführte den Menschen, sich auch gegen Gott zu erheben - und so brachte er Besserwisserei, Stolz und Hochmut in die Welt.

Der Mensch wollte sich fortan immer weniger von Gott sagen lassen und wußte alles besser - bis er eines Tages Gott gar nicht mehr brauchte.

So schaffte es der Teufel, den Menschen von Gott zu trennen. Fortan regierte der Mensch diese Welt, die Gott für ihn geschaffen hatte und die dem Menschen somit ja auch gehörte. Oder genauer gesagt: Der Teufel selbst und sein Wesen regierte im Menschen - und damit dienten die Menschen dem Teufel, ohne es zu wissen.

Seit der Mensch nun von Gott getrennt ist und dem Teufel dient, gibt es das Leid in der Welt - verursacht vom Menschen und vom Teufel.

Nur manchmal erinnert sich der Mensch noch an die „alten Regeln“ Gottes und daran, dass er ja eigentlich nicht so stolz und egoistisch sein sollte - nämlich wenn sein Gewissen ihn plagt.

Natürlichkeit: Zu einer abtrünnigen Schöpfung gehört nun mal Leid

Es gibt natürliche Zusammenhänge, die ich wissen kann: In der Wüste ist es heiß und trocken und am Nordpol ist es kalt. Und wenn ich das weiß, darf ich es nicht leugnen, sondern muß es akzeptieren, um mich darauf einzustellen und mich entsprechend vorzubereiten.

Wenn ich in die Wüste gehe, nehme ich Hut, Sonnencreme und viel Wasser mit. Wenn ich an den Nordpol gehe, ziehe ich mich sehr warm an, weil ich erwarte, dass es sehr kalt ist. Was will ich damit sagen?

Wir Menschen leugnen die natürlichen Zusammenhänge: Wir träumen oft davon, das Paradies auf Erden zu schaffen. Wir wollen die Welt verbessern und möglichst alles Böse ausrotten. Wir bauen Krankenhäuser und betreiben Genforschung. Wir gründen die UNO, spielen Weltpolizei und bekämpfen den Terrorismus. Wir gründen Familien und bemühen uns, gute Ehemänner, Ehefrauen und Eltern zu sein. Wir denken, dass wir die Probleme schon in den Griff bekommen werden und eines schönen Tages wird es das Paradies auf Erden geben… so wie in Hollywood.

Leider falsch gedacht: Wir haben die Rechnung ohne den Teufel und ohne die Natur des Menschen gemacht! Die Monarchien sind gescheitert, die Diktatur ist gescheitert, der Kommunismus ist gescheitert, der Kapitalismus ist am scheitern und die Demokratie ist ein leeres Versprechen. Es gab sie schon immer und wird sie immer geben: Die oberen 10.000, die jedes politische System für sich ausnutzen, um Macht und Reichtum anzuhäufen - und sich der Ursünde, dem maßlosen Stolz, hinzugeben. Und der Rest der Menschheit spielt dieses Spiel entweder mit oder lebt haßerfüllt die Anarchie und den Terror… und wer diesem Weltgeist widersteht, der wird schnell beseitigt (wie z.B. John F. Kennedy).

Und die Ehen? Die sind auch gescheitert - weil dort das gleiche Spiel um Macht und persönliche Vorteile im Kleinen stattfindet.

Der Mensch ist eben schlecht - der gefallene Mensch.

Und Gott haßt diesen Weltgeist und er distanziert sich voller Ekel davon. Gott zog sich einst beim Sündenfall ein Stück weit zurück von dieser Welt und wir zwingen ihn dazu, sich immer weiter zurückzuziehen.

Doch der stolze kleine Mensch will das nicht wahrhaben, will seine Schuld nicht zugeben, will nicht innerlich zerbrechen vor Gott. Er denkt weiterhin, er sei doch ganz in Ordnung und Gott müsse doch ihm und dieser Welt helfen. Und wenn Gott es dann nicht tut, dann sagt der kleine Mensch trotzig: „Dann bist du ein schlechter Gott, dann bist du nicht Gott, dann kann es dich ja gar nicht geben“!

Was können wir aber erwarten, wenn der Mensch gefallen und stolz ist?

Was können wir erwarten, wenn durch den Menschen letztendlich der Teufel regiert?

Was können wir erwarten, wenn Gott immer wieder neu gezwungen wird, sich zu distanzieren?

Etwa dass es besser wird?

Etwa dass Gott uns segnet?

Oder dass Gott doch das Leid verhindern müsse?

Nur wenn man diese Grundwahrheiten akzeptiert, dann wundert es einen gar nicht mehr, dass es trotz eines liebenden Gottes so viel Leid in der Welt gibt. Ja, es kann auch gar nicht anders sein - denn das Paradies ist unwiederbringlich verloren gegangen!

Fortdauer: Ohne Leid käme es zur größten Katastrophe

Zunächst einmal wundert es mich, dass Gott uns trotz des schlechten Zustandes dieser Welt und unseres schlechten menschlichen Wesens immer noch vor so viel Leid bewahrt! Wir haben oft nur vor Augen, wo Gott nicht geholfen hat…. aber wie oft schon hat er uns geholfen und vor viel Leid bewahrt??? Gerade das beweist Seine große Liebe zu uns, dass er dennoch oft segnet und hilft und sich nicht ganz zurückgezogen hat. Ja mehr noch, er opfert sogar seinen einzigartigen Sohn, Jesus, für uns, damit wir eine ewige Zukunft haben können!!!

Daneben gibt es aber eben auch das Leid - aber auch das hat einige gute Seiten!

  • Lernen und wachsen wir nicht gerade dadurch, dass Fehler schmerzhaft sind?
  • Erziehung ohne Strafen wäre wie ein Feuer löschen wollen nur durch Worte
  • Uns dürstet oft nach Gerechtigkeit - und Leid ist manchmal auch die gerechte Strafe für Sünden (was du säst wirst du ernten)
  • Leid lehrt uns, nicht mehr 1000 Dingen nachzujagen, sondern das Wesentliche neu zu sehen
  • Erst durch das Leid hier bekommen wir die Sehnsucht nach dem Himmel.
  • Ohne Leid gäbe es kein Erbarmen und keine Barmherzigkeit.
  • Ohne Leid gäbe es keine Sehnsucht nach einem guten Gott und der Ewigkeit.
  • Ohne Leid gäbe es keine Hoffnung und nicht die Freude der Erlösung und Befreiung.
  • Ohne Leid gäbe es auch keine Sehnsucht und Leidenschaft.
  • Leid verwandelt Übermut in Nüchternheit.
  • Leid verwandelt Stolz und Hochmut in Hingabe und Demut.
  • Leid verwandelt Unabhängigkeit in Glaube und Gottvertrauen.
  • Leid führt mich schließlich in die ursprüngliche gesunde Abhängigkeit von Gott und zum Glauben zurück.

Die Tatsache ist nun mal leider die, dass durch Leid mehr Menschen nach Gott fragen und ihn finden, als durch paradiesische Zustände. Und da Gott mit vielen Menschen seine Fülle teilen will, macht er das Leid zu seinem Verbündeten!

Und Tatsache ist auch, dass durch Leid die Menschen zur Demut zurückfinden, während durch paradiesische Zustände nur der Stolz genährt wird. Und da Gott dem Hochmut widersteht, macht er das Leid zu seinem Verbündeten!

Agent Smith sagt in Matrix daher treffend: „Die Menschheit ist das Virus dieser Erde“

Wären die Menschen nicht so, würde Gott allzu gern auf das Leid verzichten, um seiner Liebe freien Lauf lassen zu können. Da sie aber so sind, ist das läuternde Leid nötig, damit Gottes Liebe und Gerechtigkeit überhaupt greifen können:

Ohne Leid würde nämlich eine paradiesische, aber hochmütige und gottlose Welt ewig weiterexistieren, während Gott in Ewigkeit dazu degradiert wäre, all die Leid verursachenden Taten der egoistischen und stolzen Menschen immer nur zu vereiteln. Und damit wäre dann alles auf dem Kopf gestellt:

Die Menschen wären Gott - und der Teufel mit ihnen - und Gott wäre ihr ewiger Diener! …und irgendwie hört sich das für uns Menschen ja gar nicht mal so schlecht an, oder? Doch was wäre das für eine scheinheilige Lösung, wenn so in Ewigkeit nur die Symptome unterdrückt würden, aber die Wurzel des Übels nie beseitigt wird??? Es wäre eine geradezu kosmische Heuchelei und Ungerechtigkeit!

Gott ist Gott und er ist auch heilig! Es geht auch um die Gerechtigkeit - und das ist gut so! Und deshalb hat diese Welt mit ihrem Weltgeist keine Zukunft und darf sie auch nicht haben! Das Happy End kann nur so aussehen: Der Teufel vernichtet und der Himmel bevölkert mit veränderten (von neuem geborenen) Menschen, die demütig und von echter Liebe erfüllt mit Gott eine neue Welt bevölkern. Und das geht nur, wenn es auf einer gefallenen Welt auch Leid gibt - viel Leid!

Lies die Bibel mit dem Herzen und du wirst wissen, was die Wahrheit ist: Entweder ist es die laute Stimme des Weltgeistes in den Illustrierten und Zeitungen, die Gott und Jesus wegen all des Leides leugnen, oder es ist die sanfte, werbende Stimme des Geistes Gottes, der dir durch die Wolke des Leids hindurch den Weg nach Hause zeigen möchte.

Ich denke, dass die Leiden der jetzigen Zeit nicht ins Gewicht fallen gegenüber der zukünftigen Herrlichkeit, die an uns geoffenbart werden soll.

[Römerbrief, Kapitel 8, Vers 18 (REÜ)]
Glückselig die Trauernden, denn sie werden getröstet werden.

[Matthäus-Evangelium, Kapitel 5, Vers 4 (REÜ)]
Und Gott wird jede Träne von unseren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz wird mehr sein: denn das Erste ist vergangen. Und der, welcher auf dem Thron saß, sprach: siehe, ich mache alles neu!

[Offenbarung, Kapitel 21, Verse 4-5a (REÜ)]

Autor: Sno

leben/hilfe/leid.txt · Zuletzt geändert: 2009/11/08 18:19 (Externe Bearbeitung)
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