Endlich frei sein, die Gemeinde und Gott hinter mir lassen und mich voll in das Abenteuer Liebe stürzen. So fing alles an - und endete nach vier Monaten mit Lügen, Vertrauensbruch und Eifersucht. Auch die nächste Beziehung brachte nicht das, was ich suchte: Geborgenheit. Und trotzdem wußte ich bei alledem: Es gibt einen, der auf mich wartet, der mich auch nach alldem noch annimmt…
An jenem Sommermorgen fuhr ich mit dem Rad zur Arbeit, und als ich den tiefen Frieden und das Glücksgefühl in meiner Seele erkannte, wußte ich, daß ich zu Hause war.
Vierzehn Monate zuvor hatte ich mich entschieden, endlich meinen eigenen Weg gehen zu wollen. Ich hatte mich verliebt und wollte das so richtig auskosten, mit allem, was eine Beziehung ausmacht. Bis zu dem Zeitpunkt gehörte ich zu einer christlichen Gemeinde und fühlte mich dort auch wohl, denn daß Gott existierte, daran gab es für mich nie einen Zweifel. Trotzdem hatte mir anscheinend etwas gefehlt.
So verließ ich also die Gemeinde, da sich beides nicht vereinbaren ließ, und lebte in einer Beziehung, die von Lügen, Vertrauensbruch und Eifersucht geprägt war. Sie dauerte dann freilich auch nur vier Monate. Doch die Angst vor der Einsamkeit trieb mich in die Arme einer nächsten Person, ich war nicht verliebt, nein, meine Gefühlswelt war sowieso ein Scherbenhaufen, aber wenigstens war ich nicht allein. Nun ist dieser Grund ein schlechter Nährboden für eine Beziehung, und so waren auch die folgenden zehn Monate mehr nur ein schlechter Witz als eine glückliche Zeit. Untreue, Erniedrigungen und schlechte Noten in der Ausbildung, und dabei war ich nur auf der Suche nach Geborgenheit.
Während der ganzen Zeit aber wußte ich, wenn alle anderen mich längst aufgegeben hatten, so war da doch einer, der meine Seele besser kannte, und Er wartete. Und so kam der Zeitpunkt, als ich zerbrach, desillusioniert, Menschen verletzt, irgendwie alles falsch gemacht. Und ich schämte mich vor Gott. Doch dieser treue Gott wäre nicht er selbst, wenn er uns nicht die Chance geben würde, zu ihm zurückzukehren, wie der verlorene Sohn zu seinem Vater. Ihm all den Schmutz der vergangenen Zeit hinzulegen, mitsamt der Erkenntnis, daß Dir niemand eine so dauerhafte und ehrliche Liebe geben kann, die nicht enttäuscht, auch wenn's kitschig klingen mag.
Da ließ er, Christus, sich für unsere Fehler schlagen und kreuzigen, hat den Tod überwunden, damit er uns von unserer Schuld freisprechen kann; und er vergab mir alles, so daß ich nach meiner Not diesen Sommermorgen so erleben konnte. Auch heute noch sehne ich mich nach einer Beziehung, aber nicht mehr um jeden Preis, sondern mit Ihm und nach seinen Vorstellungen.