Das Erdbeben in Pakistan ist fast schon in Vergessenheit geraten, doch gerade jetzt wird Hilfe dringend benötigt: Die Opfer des Erdbebens drohen im nun einbrechenden Winter zu erfrieren. Frontiers bringt Notunterkünfte in die entlegenen Täler und braucht dafür die dringende Unterstützung durch Leute und Geld. Ein Bericht aus erster Hand.
Als Marco Sonntags die Folie „Kommt vor dem Winter. In Pakistan werden Männer und Geld gebraucht um Erdbebenopfern zu helfen“ auf den OH-Projektor legte war mir klar: DAS IST ES. DA MUSS ICH HELFEN! Als die Folie weiterging, sah ich, Flug 800€ plus 100 € pro Woche. Alles klar, kein Geld, das war's! Der Herr hatte aber andere Pläne, er hatte Geld in anderen Taschen verteilt, aus denen es für uns (Marco, Dieter und mich) zur Verfügung gestellt wurde.
Geld war da, der Pass wurde organisiert, das Arbeitsamt hatte auch nichts dagegen! Wie kann ich da nicht Gottes Wort folgen…
Der für mich erste Flug ein Erlebnis, Pakistan selbst ein Erlebnis, das man erst mal verkraften muss. Meine Schmerzgrenze für Dreck, Improvisation und Chaos ist schon recht hoch, nicht nur durch SoLa („Sommerlager“, Kinder-Zeltlager) sondern, auch durch meine früheren Fahrten zu Motorradtreffen, aber Pakistan schlägt das um Längen. Wo sonst gibt es noch offene Gräben am Straßenrand (selbst in den größeren Städten)? Wo sonst kann man den Abfall z.B. Mandarinenschalen einfach auf den Boden fallen lassen? Dort ist das vollkommen normal!
Nach einem kurzen Aufenthalt in Besham und dem vergeblichen Versuch in die Berge zu kommen (ja ja, die Kondition) Fahrt nach Balakot ins Bebenzentrum.
Chaos, Dreck, Schutt und Elend pur! Fast alle Häuser zerstört, tausende von Menschen tot, und wir als behütete Deutsche mittendrin. In den Bergen wurden wir nach Gottes Plan nicht gebraucht, aber den Pakistanis nach den Möglichkeiten unserer Englischkenntnisse Rede und Antwort stehen, dafür waren wir offensichtlich dort. Und sie haben uns ausgefragt:
Über die Antwort:“ Wir kommen auf unsere Kosten, um zu helfen. Wir bekommen kein Geld dafür. Wir sind Christen.“ waren sie manchmal sehr erstaunt.
Die Fragen mal beantworten ist ok, aber alle 50 m die selben Fragen, (für den Hinweg 30 min, für den Rückweg 2 Std.) ging manchmal über meine Geduld. Aber der Herr hat mich nicht alleine gelassen und mir Dieter zur Seite gestellt, der in diesen Dingen wesentlich mehr Geduld hatte.
Wir haben dort viele Gespräche geführt, viel Tee getrunken und ich habe mich in Geduld geübt.
Bei allen Fahrten durch Pakistan, den örtlichen Gegebenheiten, dem Essen und den Umgang mit den Einheimischen war mir immer klar: Der Herr ist bei mir, Mt. 28,20 ..und siehe ich bin bei euch alle Tage.
Es in der Bibel zu lesen, gut. Es aber tagtäglich real und handfest zu erleben, ist etwas vollkommen anderes. Was soll ich bei solch einer Zusage noch Angst haben.
Im Rückblick denke ich, der Herr hat mir die Möglichkeit gegeben, meine Grenzen zu erfahren und zu erleben, wie er plant und lenkt. Manches ist so weit im Vorfeld passiert, was mir erst viel später begreiflich wurde.
Im Sinne von 1. Petr.5,7 Überlasst all eure Sorgen Gott, der er sorgt sich um alles, was euch betrifft.