Wozu sind wir Menschen hier? Wo kommen wir her? Wo gehen wir hin? Und wozu soll das Ganze gut sein? Gibt es einen Sinn im Leben oder müssen wir versuchen, ohne Sinn und Bedeutung auszukommen? Mit 40 Jahren konnte ich diese Fragen genauso wenig beantworten wie mit 14. Nach einem langen Weg über die verschiedensten esoterischen Methoden, die Rosenkreuzer und einen Urlaub in Nepal habe ich letztlich die Antwort gefunden…
Die New-Age-Szene bietet dem suchenden Menschen unzählige Methoden, Pfade und Aktivitäten, die Lebensglück und Zufriedenheit und möglicherweise eine Verbindung zum „Göttlichen“ versprechen. Vor 10 Jahren probierte ich vieles aus, was zu dem Zeitpunkt in Berlin angeboten wurde, von Bioenergetik und Rebirthing über Tai-Chi, Reinkarnationstherapie, Traumreisen, Meditationstechniken und das Chanting spiritueller Lieder bis hin zu Tarot und Astrologie. Als ich in einer Gruppe nicht das fand, was ich suchte, probierte ich es mit der nächsten und dann mit der übernächsten und so weiter.
Drei Jahre war ich dann auch Mitglied einer rosenkreuzerischen Organisation in Berlin, einer gnostischen Sekte. Als ich anfing, deren Veranstaltungen zu besuchen, ging es mir miserabel und es zog mich an, dass sie ganz unverblümt die wichtigen Fragen des Lebens stellten, die Fragen, die mich seit eh und je beschäftigten: Wozu sind wir Menschen hier? Wo kommen wir her? Wo gehen wir hin? Und wozu soll das Ganze gut sein? Gibt es einen Sinn im Leben oder müssen wir versuchen, ohne Sinn und Bedeutung auszukommen? Mit 40 Jahren konnte ich diese Fragen genauso wenig beantworten wie mit 14. Die Antworten, die die Rosenkreuzer boten, ließen sich jedoch schwer greifen, blieben nebulös und waren letztlich denjenigen vorbehalten, die in der Hierarchie der „Geistesschule“ weiter avanciert waren. So wurde es uns jedenfalls in Aussicht gestellt.
Nachdem ich fast 3 Jahre dabei gewesen war, besuchte ich im Urlaub Kathmandu (Nepal), wo ich in einer buddhistischen Suppenküche mitarbeitete. Während dieser Zeit wurde ich unerklärlicherweise von einem überwältigenden Glücksgefühl erfüllt. Es war, als ob ich mich gewissermaßen auf einer höheren Ebene befand als sonst, mit gesteigerter Wahrnehmung und Sensibilität. Die Musik, die Farben, die Natur wirkten exquisit schön. Eine große Liebe wärmte mein Herz und strömte durch mich hindurch, so dass ich zum ersten Mal das Gefühl hatte, anderen Menschen etwas geben zu können. Es war, als ob ich in die ganze Welt verliebt war.
In diesem Zustand begegnete ich einer Ordensschwester der Missionaries of Charity (dem von Mutter Teresa gegründeten Orden). Schwester R. stand in der Tür eines Hospizes, das wir besuchten, und strahlte. Sie strahlte vor Liebe und Glück und fast war mir, als ob ihre Gestalt tatsächlich leuchtete. In dem Moment erkannte ich das, das in ihr war, als das Gleiche, das mich durchströmte: die Kraft des Heiligen Geistes, die Liebe Jesu, die Güte und Gnade Gottes, obwohl ich es noch lange nicht benennen konnte. Damals war mir aber auf der Stelle klar, dass es etwas mit dem Christentum zu tun hatte.
Zurück in Berlin und mit beiden Beinen wieder im Alltag fing ich an, mir die christliche „Szene“ in Berlin anzuschauen und die diversesten Gottesdienste zu besuchen. Geblieben bin ich zunächst bei der anglikanischen Kirche, wo ich wieder mit den herrlichen englischen Kirchenliedern meiner Kindheit in Berührung kam. Ich wurde konfirmiert, besuchte sonntags den Gottesdienst und nahm an allerlei kirchlichen Aktivitäten sozialer und karikativer Natur teil. Nebenher hielt ich aber nach anderen Angeboten im christlichen Bereich Ausschau, denn ich hatte noch immer das Gefühl, dass mir etwas fehlte, obwohl ich nicht definieren konnte, was. Ab und zu überkamen mich wieder die alten Sinnlosigkeitsattacken.
Nach einigen Jahren stieß ich durch eine Kleinanzeige auf einen Bibelgesprächskreis meiner jetzigen Gemeinde. Dort fühlte ich mich gleich wie zu Hause angekommen. Die Christen dort strahlten Frieden und Zuversicht aus; sie hatten etwas, das ich auch haben wollte! Dennoch waren mir manche Glaubensinhalte und die Konsequenz, mit der diese Menschen versuchten, Jesus nachzufolgen, zunächst fremd. Sie machten mir klar, dass Gott klare Vorstellungen über Lebensweisen und Moral hat, die wir in unserem Leben anwenden sollten, und dass Jesus gestorben ist, um uns verdorbenen Menschen den Zugang zu Gott wieder zu ermöglichen. Nach und nach setzte ich mich mit dieser Sichtweise und mit meinem bisherigen Leben auseinander.
Schließlich machte auch ich den Schritt, Gott meine Verfehlungen zu bekennen und bat ihn, in mein Leben zu kommen und mir fortan zu helfen, ein ihm gefälligeres Leben zu führen. Es kam in diesem Moment kein Blitz vom Himmel und auch nicht das übernatürliche Glücksgefühl, welches ich kennen gelernt hatte. Aber wenn ich mein Leben jetzt, 5 Jahre später, mit dem davor vergleiche, bin ich erstaunt, wie mich Jesus allmählich von innen heraus ändert und mir seine Freude und Zufriedenheit schenkt.
Ich staune noch immer, dass es möglich ist, mit dem großen Gott, der Himmel und Erde und uns alle erschaffen hat, zu kommunizieren, seine Gegenwart zu spüren und zu genießen und seinen Frieden „der höher ist als alle Vernunft“ (Brief von Paulus an die Philipper, Kapitel 4, Vers 7) zu erfahren. Indem ich weniger selbstorientiert geworden bin und mich darin übe, mich an Gottes Werten statt an den Werten der Welt zu orientieren, habe ich echte Lebensveränderung und Lebenssinn erfahren.
Jetzt weiß ich, dass der Zugang zu Gott keinesfalls mit einer bestimmten Praktik oder Technik und auch nicht durch das Vollbringen guter Taten zu erreichen ist. Sie ist auch nicht einer wie auch immer gearteten erleuchteten Minderheit vorbehalten, sondern steht jedem offen, der sich Jesus öffnet und sich ihm anvertraut, wie uns die Bibel kundtut: „Denn einer ist Gott, und einer ist Mittler zwischen Gott und Menschen, der Mensch Christus Jesus“ (1. Brief von Paulus an Timotheus, Kapitel 2, Vers 5).
Dazu kann ich nur immer wieder und von Herzen sagen: Gott sei Dank!
Die Frucht des Geistes aber ist: Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Enthaltsamkeit (Galater, Kapitel 5, Vers 22)
Wer sich mit der Esoterik aus christlicher Sicht oder mit der Rosenkreuzer-Sekte, der ich angehörte, auseinandersetzen will, der findet am rechten Rand Verweise auf Seiten im Internet (leider nur englische).
Ein Lieblingslobpreislied:
Etwas in mir
Etwas in mir, zeigt mir dass es Dich wirklich gibt.
Ich bin gewiss, dass Du lebst, mich kennst und mich liebst.
Du bringst mich zum Lachen, machst dass mein Herz singt.
Du bringst mich zum Tanzen, meine Seele schwingt.
Ich atme auf in deiner Gegenwart, Herr Du allein…
gibst mir Freude, die von innen kommt,
Freude die mir niemand nimmt,
Herr Du machst mein Leben hell
mit dem Licht deiner Liebe.
Adam Frey