Wie werde ich Christ?

Ein Wort vorweg: Ich gehe davon aus, daß du schon etwas von Gott und Jesus Christus gehört hast. Vielleicht weißt du schon viel und möchtest jetzt wissen, wie denn der Weg zu Gott ganz konkret aussieht.

Die Grundvoraussetzung ist, daß du davon überzeugt bist, daß es Gott gibt:

Ohne Glauben aber ist es unmöglich, ihm wohlzugefallen, denn wer Gott naht, muß glauben, daß er ist und denen, die ihn suchen, ein Belohner sein wird.

Hebräer-Brief, Kapitel 11, Vers 6

Aber das ist auch vollkommen klar: Wenn ich gar nicht davon überzeugt bin, daß es Gott gibt, warum sollte ich mich dann darum bemühen, Kontakt zu Ihm zu bekommen?

1. Mich selbst erkennen

Bevor ich loslaufe, sollte ich erst einmal klären, wo ich jetzt bin. Das gilt auch für den Weg zu Gott. Erst einmal muß ich mir klar darüber werden, wer ich bin und wo ich im Vergleich mit Gott stehe.

Die einzige Möglichkeit, das herauszufinden, ist, wenn ich mich selbst im Licht der Bibel betrachte und so Gottes Maßstab auf mein Leben anwende. Hier eine Auswahl an Bibelstellen, die Gottes Urteil über alle Menschen ausdrücken:

Der Tor spricht in seinem Herzen: „Es ist kein Gott!“
Sie haben Verderben angerichtet, sie tun abscheuliche Taten;
da ist keiner, der Gutes tut.

Der HERR hat vom Himmel herniedergeschaut
auf die Menschenkinder
um zu sehen, ob ein Verständiger da ist,
einer, der Gott sucht!

Alle sind abgewichen, sie sind alle verdorben;
da ist keiner, der Gutes tut
auch nicht einer

Psalm 14, Verse 1-3
Denn es ist kein Unterschied, denn alle haben gesündigt und erlangen nicht die Herrlichkeit Gottes

Römer-Brief, Kapitel 3, Verse 22b.23
Wenn wir sagen, daß wir keine Sünde haben, betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns.

1. Johannes-Brief, Kapitel 1, Vers 8

Aus allen angeführten Stellen - und es gibt noch weit mehr - wird deutlich: Wir können den Maßstab Gottes nicht erfüllen. Du meinst, das ginge doch? Dann kann ich dir die Bergpredigt (Matthäus-Evangelium, Kapitel 5-7) sehr ans Herz legen.

Ein Beispiel: Um Gottes Gebote zu brechen, mußt du nicht aktiv tätig werden. Der Gedanke an die Tat reicht schon aus. Sünde beginnt in unseren Gedanken.

Wenn du ehrlich zu dir selbst bist, mußt du zugeben, daß du Gottes Gebote nicht halten kannst. Das liegt in der Natur des Menschen, ist deshalb aber nicht weniger schlimm.

Fazit: Ich muß erkennen, daß ich vor Gott bettelarm dastehe, daß ich nichts bringen kann, was vor Ihm Bestand hat.

2. Bereitschaft zur Veränderung

Solange ich mit dem Verstand begriffen habe, daß ich bettelarm vor Gott dastehe, aber daraus keine Konsequenz ziehe, ist diese Einsicht wertlos. Wissen fürt keinesfalls zwangsläufig zum Tun. Aber Wissen ohne Tun ist tot, ohne Sinn.

Erst wenn ich tief betroffen bin von der Einsicht, daß ich mit leeren Händen vor Gott stehe, daß ich selbst nichts tun kann, was mich auch nur den kleinsten Schritt näher zu Gott führt, dann erst werde ich bereit, auf Gott zu sehen.

Erst wenn ich den Blick von mir weg zu Gott wende, weil ich erkenne, daß nur Er mir helfen kann, ist die Basis gelegt, daß Er mir helfen wird.

Naht euch Gott, und er wird sich euch nahen. Säubert die Hände, ihr Sünder, und reinigt die Herzen, ihr Wankelmütigen! Fühlt euer Elend und trauert und weint; euer Lachen verwandle sich in Traurigkeit und eure Freude in Niedergeschlagenheit. Demütigt euch vor dem Herrn, und er wird euch erhöhen.

Jakobus-Brief, Kapitel 4, Verse 8-10

Fazit: Ich muß tief traurig sein über mich selbst. Darüber hinaus muß ich die Bereitschaft haben, mich verändern zu lassen.

3. Gehorsam gegenüber Gott

Gott erwartet von Anfang an Gehorsam von den Menschen. Das beginnt mit den ersten beiden Menschen im Paradies. Und hier beginnt gleichzeitig auch der Ungehorsam gegenüber Gott.

Weil Adam und Eva sich bewußt gegen das Gebot Gottes entschieden, obwohl sie Gott als liebenden Vater kannten, der ihnen nichts vorenthielt, und keine Not hatten, verloren sie die direkte Gemeinschaft mit Gott. Und damit alle ihre Nachfahren: alle Menschen.

Der Gehorsam gegenüber Gott zieht sich wie ein roter Faden durch die Bibel. So schreibt Salomo vor dreitausend Jahren:

Fürchte Gott und halte seine Gebote! Denn das soll jeder Mensch tun. Denn Gott wird jedes Werk, es sei gut oder böse, in ein Gericht über alles Verborgene bringen.

Prediger, Kapitel 12, Verse 13.14

Dabei müssen wir uns klar darüber sein, daß Gott uns keine unsinnigen Gebote gibt, sondern daß wir erst durch das Halten Seiner Gebote leben können.

Die Bibel macht an vielen Stellen den engen Zusammenhang zwischen Glaube und Gehorsam deutlich:

Wer an den Sohn glaubt, hat ewiges Leben; wer aber dem Sohn nicht gehorcht, wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm.

Johannes-Evangelium, Kapitel 3, Vers 36

Und der Gehorsam ebenso wie der Glaube zeigt sich letztlich im Leben eines Menschen. Nicht das Lippenbekenntnis zählt, sondern das Leben selbst:

Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr! wird in das Reich der Himmel eingehen, sondern wer den Willen des Vaters tut, der in den Himmeln ist.

Matthäus-Evangelium, Kapitel 7, Vers 21

Gott verlangt absoluten Gehorsam von uns, aber er ist der einzige, bei dem wir sicher sein können, daß Er unseren Gehorsam nie ausnutzen wird. Aber Er läßt uns auch nicht darüber im Unklaren, daß Gehorsam etwas kostet.

Der Gehorsam Gott gegenüber wird uns dann besonders viel kosten, wenn wir merken, daß wir dadurch Menschen, die uns nahestehen, verletzen.

Fazit: Ich muß bereit dazu sein, Gott in allem zu gehorchen. Auch dann, wenn es für mich in der gegenwärtigen Situation Nachteile hat.

4. Annahme der Gerechtigkeit im Glauben

Wenn ich erkannt habe, daß ich mit leeren Händen vor Gott stehe, weil ich sehe, daß mein Leben nicht im Geringsten Gottes Maßstäben entspricht, ich aber auch nichts dagegen tun kann, wenn ich wirklich tiefe Traurigkeit über diesen Zustand empfinde und wenn ich die Bereitschaft zum Gehorsam Gott gegenüber mitbringe, dann fehlt mir nur noch ein letzter Punkt: Ich muß Gottes Angebot annehmen, das Er mir macht.

Machen wir uns noch einmal die Situation klar: Kein Mensch erfüllt die Maßstäbe Gottes. Kein Mensch ist Gott gegenüber gehorsam. Dadurch hat jeder Mensch Schuld vor Gott. Diese Schuld nennt die Bibel Sünde.

Denn es ist kein Unterschied, denn alle haben gesündigt und erlangen nicht die Herrlichkeit Gottes

Römer-Brief, Kapitel 3, Verse 22b.23

Der Weg, wie diese Schuld bezahlt werden kann, steht von Anbeginn an fest, und er hat sich nie geändert:

Ohne Blutvergießen gibt es keine Vergebung

Hebräer-Brief, Kapitel 9, Vers 22
Denn der Lohn der Sünde ist der Tod,
die Gnadengabe Gottes aber ewiges Leben in Christus Jesus, unserem Herrn.

Römer-Brief, Kapitel 6, Vers 23

Der Lohn der Sünde ist der Tod (Römer-Brief, Kapitel 6, Vers 23), wir können unsere Schuld, die wir vor Gott haben, nur durch unseren Tod einlösen.

Doch Gott liebt die Menschen, und so hat Er einen einzigartigen Weg gefunden, gleichzeitig Seiner Gerechtigkeit genüge zu tun und uns Menschen den Weg zurück zu Ihm und Seiner Liebe zu ermöglichen:

Denn so hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe.

Johannes-Evangelium, Kapitel 3, Vers 16

Sein einziger Sohn ist für uns auf die Erde gekommen, ist Mensch geworden, hat alles, was er im Himmel beim Vater hatte, zurückgelassen, und hat auf dieser Erde gelebt.

Dabei hat Er keineswegs ein Leben in Reichtum gelebt. Sein Ziel war, durch Sein Leben uns zu zeigen, wie der Vater ist, und am Ende am Kreuz unsere Schuld auf sich zu nehmen und durch Seinen Tod stellvertretend für uns unsere Schuld zu bezahlen.

Wenn du das annimmst und glaubst, daß Jesus Christus auf die Erde kam, um am Kreuz für deine Schuld zu sterben, die du vor Gott hast, und daß Er für dich bezahlt hat, dann bist du vor Gott gerecht gemacht.

Wenn Gott dich sieht, sieht er nicht länger deine Schuld, sondern das Blut Seines Sohnes, das für deine Schuld bezahlt hat.

Da wir nun gerechtfertigt worden sind aus Glauben, so haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus.
Denn Christus ist, als wir noch Sünder waren, zur bestimmten Zeit für Gottlose gestorben.
Gott aber erweist seine Liebe gegen uns darin, daß Christus, als wir noch Sünder waren, für uns gestorben ist.

Römer-Brief, Kapitel 5, Verse 1.6.8

Das einzige, was wir zu unserer Bekehrung mitbringen, sind unsere Sünden. Wir können nichts dazu tun, es ist ein unverdientes Geschenk Gottes an uns: Gnade.

Denn aus Gnade seid ihre errettet durch Glauben, und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es; nicht aus Werken, damit niemand sich rühme.

Galater-Brief, Kapitel 2, Verse 8.9

Fazit: Ich muß glauben und für mich annehmen, daß Jesus Christus am Kreuz auch für meine Sünden sterben mußte.

Eine Art Schlußwort

Die Entscheidung für Gott (die Bekehrung) ist ein persönlicher Schritt. Du mußt den Entschluß fassen, daß du diesen Schritt auf Gott zu machen willst.

Natürlich können dir Menschen auf dem Weg bis dahin helfen, aber die Entscheidung für Gott mußt du selbst treffen. Und du mußt selbst den Schritt gehen und zu Gott beten, Ihm deine Schuld bekennen und Ihn bitten, in dein Leben zu kommen und dich und dein Leben nach Seinen Wünschen umzugestalten.

Wenn du diesen Schritt gegangen bist, wenn du wirklich bei Gott warst, Ihm deine Schuld bekannt hast, Ihn um Vergebung gebeten hast und Ihm dein Leben anvertraut hast, dann bist du wirklich Christ. Und das kann dir keiner nehmen.

Und wenn du offen bleibst für Gottes Reden und Handeln, dann steht dir ein spannendes und erfülltes Leben bevor, wie du es dir nicht vorstellen kannst.

goodnews/fragen/wwichrist.txt · Zuletzt geändert: 2009/11/08 18:10 (Externe Bearbeitung)
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